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Leidenschaft von der Wiege an

Gewiss darf ich von mir behaupten, nicht irgendein gewöhnlicher Bahnfreund zu sein. Mein Interesse an der Bahn und meine Leidenschaften für Vorbild und Modell beginnt nämlich gleich mit meiner Geburt im Jahre 1974.

In meiner Heimatstadt Dortmund wäre ich wohl nicht zur Bahn gekommen. Doch meine Großeltern wohnten in Rheine in unmittelbarer Nähe zur Emslandstrecke. Und so habe ich die letzten Dampflokomotiven der DB gleich in meinen ersten Lebensmonaten hören und sehen dürfen.

Diese allerletzten Dampflokomotiven der Baureihen 012, 042 und 043 - die 011 hatte sich bereits aus dem Dienst verabschiedet – hinterließen Eindruck und sollten mein Leben nachhaltig prägen.

Mir gefiel ihr mächtiges Erscheinungsbild und den Klang aus einem Dreizylindertriebwerk sollte ich nie wieder vergessen. Gefallen haben mir vor allem die 012 mit ihren großen Treib- und Kuppelrädern, die für mich damals noch größer aussahen. Die lange Wagenschlange hinter zwei zusammenlaufenden Güterzugmaschinen mochte ich hingegen nicht.

Die Eisenbahn forderte mich und förderte meine Entwicklung: Bereits mit neun Monaten konnte ich laufen, denn es zog mich zum Bahnübergang, der nur 50 Meter vom Haus der Großeltern entfernt lag. Ganz vorne, mittig an der Schranke wollte ich stehen, damit ich mich vom Dampf einhüllen lassen konnte.

Folgerichtig lautete nur wenig später auch mein erstes Wort „Eisen“, was so viel hieß wie „Ich bin mal kurz zur Schranke!“ – ich war Dampflokjäger von Kindesbeinen an, nur leider noch ohne Fotoapparat…

Aber schon mit 3 1/2 Jahren war diese schöne Zeit wieder vorbei: Die Bundesbahn hatte sich am 26. Oktober 1977 endgültig von der Dampflok verabschiedet. Mein Vater erklärte mir, dass ich mich von meinem ersten Berufswunsch „Dampflokführer“ wohl verabschieden müsse.

So wurde ich zu Weihnachten 1977 halt „Märklin-Lokführer“. Mein Vater hatte mir meine erste Anlage gebaut, die auch heute noch fast unversehrt existiert. Der Grundstein fürs Hobby war gelegt, mit acht Jahren wurde ich im Anlagenbau zusammen mit einem Freund selbst aktiv. Aus Platzgründen erfolgte 1987 der Wechsel zur Nenngröße Z und ich wollte zeigen, dass anspruchsvoller Modellbau auch im kleinen Maßstab möglich ist.

Das Internet rückte die Freunde der Spur Z immer enger zusammen, doch ihnen fehlte ein Medium, da die Fachpresse diesen Maßstab beharrlich ignorierte. Gesagt, getan: Ich gründete mit Trainini® mein eigenes Magazin, um das zu ändern und ging auf die Suche nach freiwilligen Helfern.

Deshalb nehme ich heute die Rollen als Chefredakteur und gleichzeitig als Herausgeber ein. Ich lege also in Personalunion den publizistischen Rahmen fest, setze ihn auch operativ um und führe die Mannschaft, die Monat für Monat für Sie ihr Bestes gibt.

Ich entwerfe unsere Jahrgangsplanungen, die ich mit den Redaktionskollegen abstimme und die wir dann gemeinsam beschließen. Auch die meisten Artikel stammen aus meiner Feder oder werden von mir zumindest redigiert. Aktiv bin ich auch im Modellbau und der Fotografie für unser Magazin.

Machen wir die Schlussredaktion gemeinsam, so obliegt mir die Bildredaktion allein. Zu guter Letzt mache ich das, was auch meine Kollegen gern tun: Kontakte zu Herstellern, Vereinen, Gruppen und Lesern pflegen, vermitteln, wenn es sein muss sowie Fragen beantworten.

Blicke ich zurück, bin ich sehr stolz auf alles, was wir in vielen Jahren gemeinsam geschafft haben. Jeder bringt seine Stärken ein und unsere Kompetenzen –  Fachautoren, Fotografen, Korrespondenten und unsere Übersetzer einbezogen – sind so perfekt verteilt, dass wir uns einfach bestmöglich ergänzen.